AKA_TEAM
Im Zentrum des AKA_Projektes steht das vor allem aus Studierenden bestehende AKA_team das am Fachgebiet EUR angegliedert ist. Es unterteilt sich in drei Bereiche mit verschiedenen Schwerpunkten. AKA_orga beschäftigt sich mit der Weiterentwicklung des betrieblichen Konzepts und arbeitet eng mit der hochschuldidaktischen Arbeitsstelle und dem Vizepräsident für Studium und Lehre sowie Diversität Prof. Dr. Heribert Warzecha zusammen. Fokus liegt auf der Betriebsstruktur des experimentellen Lernraums nach dem Umbau, der Einbindung vorhandener Bedarfe in die architektonische Planung sowie der Einbindung von studentischem Engagement in die spätere Nutzung. AKA_arch kümmert sich um die architektonische Planung des Umbaus. Grundlage bildet das im Wettbewerb prämierte architektonische Konzept von Jascha Lenz. AKA_arch arbeitet mit dem externen Architekturbüro Bach Dolder, dem Baudezernat und Fachplaner:innen zusammen. Durch diese Konstellation soll Wissen über einzelne Semester hinaus aufgebaut und weitergegeben werden. AKA_learn hat über die Projektlaufzeit verschiedene Lehrveranstaltungen angeboten, die sich mit einzelnen Themen, Objekten, Bereichen oder Bauteilen des Umbaus vertieft beschäftigen und sogenannte Demonstratoren für die Halle entworfen, geplant und in 1:1 realisiert. Die in den Seminaren gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse flossen unmittelbar in die Planung von AKA_arch ein.
Diese Teamstruktur sollte kreativ-experimentelle Arbeitsweisen mit standardisierten institutionellen Bauabläufen verknüpfen und innovative Qualitäten im Hochsulbau etablieren.
BAUAUTONOMIE ALS CHANCE
2005 erhielt die TUDa umfassende Bauautonomie. Seitdem verantwortet sie ihr Baubudget und ihre Bauprojekte selbst. AKA_ nutzt diese Autonomie als Ausgangspunkt für eine neue Form des Planens: ein eigenes forschendes Büro innerhalb der Hochschule, das die wissenschaftliche, gestalterische und lehrende Expertise des Fachbereichs direkt in die bauliche Hochschulentwicklung einbringt. Anstatt die Planung, wie im institutionellen Bauwesen üblich, an externe Büros zu vergeben, wird die Planungskompetenz der Architekturausbildung unmittelbar mit den Anforderungen und Realitäten des Bauens verknüpft. Das Architekturbüro Bach Dolder übernimmt dabei die Rolle des begleitenden Partners, während das studentische Team unter fachlicher Anleitung des Fachgebiets neue Perspektiven, aktuelle Forschungserkenntnisse und gestalterische Innovationspotenziale in den Prozess einbringt.
FORSCHENDES BAUEN IN 1:1 ALS INTEGRIERTER LEHR- UND PLANUNGSPROZESS
Ein wesentliches Merkmal der Arbeit des AKA_teams ist die enge Verzahnung von Lehre und realem Bauprojekt. Die Planung erfolgt nicht isoliert, sondern in kontinuierlichem Austausch mit den begleitenden Seminaren. In diesen transdisziplinären Lehrveranstaltungen werden spezifische Fragestellungen zum Umbau der Halle vertieft untersucht, erforscht und weiterentwickelt. Die Themen werden an der Professur gemeinsam mit dem AKA_team entwickelt. Anschließend werden die Aufgabenstellungen in Kooperation mit externen Expert:innen – häufig aus handwerklichen Bereichen – sowie weiteren Fachgebieten und Fachbereichen konkretisiert. Diese begleiten die Seminare gemeinsam mit dem AKA_team und tragen ihre jeweiligen fachlichen Perspektiven in den Entwicklungsprozess ein. Die in den Seminaren gewonnenen Erkenntnisse und die dort entwickelten und in 1:1 erprobten experimentellen Ansätze fließen direkt in die Planung ein. Sie bilden eine praxiserprobte und spezifische Grundlage für den Umgang mit dem Bestand der Halle. Während die architektonische Ausbildung häufig im Stadium des Entwurfs endet, werden bei AKA_ die Konsequenzen gestalterischer Entscheidungen bis in die Ausführungsplanung und schließlich in die handwerkliche Umsetzung hinein verfolgt. Dadurch werden die Auswirkungen von Entwurfsentscheidungen nicht nur theoretisch reflektiert, sondern im gebauten Raum unmittelbar sichtbar und erfahrbar.
ALLE PROFITIEREN
Dieses Modell soll sich für alle auszahlen und die Ressourcen der Hochschule effektiv nutzen. Studierende lernen an einem realen, in die Universität integrierten Bauprojekt und übernehmen echte Verantwortung in der Planung und Umsetzung. Die Bauabteilung profitiert von einer tiefergehenden, detaillierten Planung, Ideen und einer forschenden Auseinandersetzung mit der Bauaufgabe, die über das übliche Maß institutioneller, oft sehr wirtschaftlich orientierter Planungsprozesse hinausgeht. Das Architekturbüro Bach Dolder wird an den aktuellen universitären Diskurs und die architektonische Forschung angebunden und kann so seine Praxis durch wissenschaftliche Perspektiven bereichern.