AKA_STUHL
Begonnen wurde mit dem wohl wichtigsten Objekt des Lern- und Begegnungsortes. Dabei wurde nicht nur überlegt, was ein Stuhl können muss, sondern vor allem, was ein Stuhl alles sein kann. So sollten nicht nur funktionale, ergonomische, technische und wirtschaftliche Aspekte eine Rolle spielen, sondern auch ästhetische, kulturelle und soziale. Es wurde sich dem Thema geschichtlich, konzeptionell und praktisch angenähert. Die Lehrveranstaltung wurde in Kollaboration mit Prof. Tino Melzer und Prof. Justus Theinert, Fachbereich Gestaltung der h_da und dem Produkt- und Möbeldesigner Klemens Schillinger (Wien) durchgeführt. Die gemeinsame Expertise im Bereich der Historie, Ergonomie, Werkstoffkunde, Fertigungslehre, Konstruktion, Herstellungs- und Montageverfahren begleitete das Seminar und die Entwicklung der unterschiedlichen Ansätze. Nach Konzept- und Designphase wurden in einer Produktionsphase Prototypen der entworfenen Stühle gebaut.
DIE PROTOTYPEN
Entstanden sind 12 Stühle, die jeweils eine individuelle Perspektive auf das Lernen verkörpern. Die verschiedenen Sitzelemente dienen z.B. als Sportgerät zum Ausgleich im Lernalltag, ermöglichen das Lernen im Stehen, Arbeiten in der Gruppe oder schaffen Rückzugsraum. Es gibt Stühle aus gebogenem Multiplex, aus Stahlrohr oder Stahlplatten, aus vorgefundenen Bauteilen, die in üblichen Baumärkten oder gebraucht gefunden werden können. Je nach Materialität wurden verschiedene, selbstinitiierte Herstellungs-methoden und -partner innerhalb und ausserhalb der Universität gefunden.
ABSCHLUSSPRÄSENTATION UND PROBESITZEN
Die Präsentation der Stühle hat Ende Juli vor der ULB-Stadtmitte stattgefunden und wurde begleitet von Edgar Dingeldein (ehem. Bauderzernent, TUDa), Heribert Warzecha (Vizepräsident für Studium und Lehre sowie Diversität, TUDa), Tobias Blank (Leitung HDA), Johanna Meyer-Grohbrügge (Prof.in für Entwerfen und Raumgestaltung am Fachbereich Architektur) und dem AKA_Team.
In verschiedenen Ausstellungen an den ULB-Standorten und im Rahmen der Jahresausstellung des Fachbereichs Architektur konnte ein breites Publikum an Studierenden die Stühle probesitzen und bewerten. Rückmeldung erfolgte durch das Scannen eines am Stuhl befestigten QR-Codes, welcher die Meinung zu verschiedenen Schwerpunkten abfragt. Die Rückmeldung ist ausschlaggebend für die Auswahl der passenden Stühle für den Lernraum und für die Weiterentwicklung und Verbesserung.
WEITERENTWICKLUNG PROTOTYPEN
In Folge des Seminars und der Auswertung des Probesitzens in der ULB wurden fünf Stühle als Prototyp weiterentwickelt. Ziel war es, die Fertigung der Stühle für den Einsatz in der Halle in größerer Stückzahl zu ermöglichen, genauer zu planen und die zugehörigen Kosten zu ermitteln. Mit den hierfür angefertigten Plänen lassen sich nun die Stühle Flex, Swing, Gitterbox, System ohne Lehne und Sattelhock für die Halle fertigen, teils in Eigenleistung, teils durch Zuarbeit externer Betriebe.