AKA_KÜCHE
Die Küche ist seit jeher ein Ort des gemeinsamen Arbeitens, ein zentraler Raum des Zusammenkommens. Im künftigen Experimentierraum bildet die Theke den Auftakt zur Halle. Die Suche nach einer einladenden Empfangssituation und einer flexiblen Küche, in der künftige Gäste empfangen werden, gemeinschaftlich gelernt, gewerkelt, gekocht und gegessen werden kann, war Kern des Seminars. Beginnend mit Vorübungen und dem Workshop „Das spezifische Brett“ wurde sich dem Prozess des Kochens angenähert. Abläufe des Küchen-Alltags wurden untersucht und verschiedene Ansätze für Theke und Küche prototypisch anhand von 1:1 Pappmodellen überprüft und nach weiterer Detaillierung in zwei Blockbauwochen gemeinsam in die bauliche Realität überführt. Die Lehrveranstaltung fand in Kollaboration mit dem Designbüro Chmara.Rosinke (Berlin/Wien) sowie Lehrenden des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Darmstadt (h_da) statt.
KONZEPT
Die kreisrunde, segmentierte und verschiebbare Theke bildet den Ankommenspunkt und das den zentralen Hallenraum prägende Auftaktelement. In der Standardkonfiguration im vorderen Bereich der Halle dient sie als Infopoint, Bar und Tisch. Sie kann an drei Punkten in der Halle an Wasser und Strom angeschlossen werden und in zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten um die flexiblen Trolleys ergänzt werden.
ENTWURF
Nach der Konzeptphase und der Erprobung von 1:1-Prototypen wurden die Elemente der flexiblen Theke und Küche gestalterisch präzisiert. Neben der Definition von Funktionen, Materialitäten und Fügungen standen die Abstimmung der Produkte sowie die Kostenermittlung im Fokus. Die sechs entwickelten Elemente ermöglichen künftig die unterschiedlichen Nutzungsszenarien im AKA_ und schaffen die Grundlage für eine flexible Bespielung der Halle. Die zentrale Theke besteht aus drei Modulen. Das hohe Drittel verfügt über Strom- und Wasseranschlüsse und kann als Kaffeetheke, Bar oder Trinkwasserspender genutzt werden. Der Infodesk dient als zentrale Anlaufstelle für Information und Empfang. Ein ergänzendes Sechstel mit integrierter Sitzbank erweitert die Arbeitsfläche und schließt bei Bedarf den Kreis. Zwei mobile Trolleys bieten Stauraum und verbinden die frei positionierbaren Thekenmodule mit der fest installierten Küche. Diese umfasst mobile Kochfelder, Backofen, Kühlschrank, Spülmaschine sowie Stauraum für weitere Utensilien.
BAUEN
Die Umsetzung der Planung erfordert ein Verständnis von Fügung, Materialien und Fertigungstechniken. Entscheidend ist die Abstimmung von Materialwahl, Gewerken, Verfügbarkeiten sowie Fertigungs-, Termin- und Kostenprozessen. Meist endet die architektonische Ausbildung im Stadium des Entwurfs. Die Konsequenzen der Entscheidungen werden erst in der darauffolgenden Detailstufe und Ausführungsplanung spürbar und anschließend bei der handwerklichen Umsetzung und dem Erproben des gebauten Elements sichtbar. Selbst umzusetzen und zu reflektieren ist fester Bestandteil von Design-Build-Projekten. Das hauptsächlich verwendete Material ist Birke Multiplex in der Qualität B-B. Dieses wurde in der CNC-Fräse bearbeitet, weiter oberflächenbehandelt und nach den ersichtlichen Prinzipien zusammengefügt, verleimt und verschraubt. Eine geschliffene 2mm Edelstahl Oberfläche, wie auch die gebogenen Stahlblech-Schiebetüren bieten die notwendige Robustheit für die alltägliche Nutzung. Kleine Details wie die Kabelhalterung, Griffe oder die Steckdosen machen die Funktion erkenntlich.